Geschrieben von: REWE-Touristik 21.07.2010
Studien: Zweidrittel-Mehrheit der Unternehmen in Deutschland verzichtet auf Social-Media-Engagement
Der Mittelstand in Deutschland riskiert laut verschiedener Studien, die Gestaltungshoheit über das eigene Marken- bzw. Unternehmensimage an die Verbraucher im Social Web zu verlieren: 69 % der befragten Unternehmen lehnen den Einsatz von Social Media strikt ab, weil die Mechanismen und konkreten Handlungsschritte für den Aufbau einer Social Media Strategie im Unternehmen nicht klar seien. Experten warnen, dass Unternehmen ohne Kenntnis der sie betreffenden Konversationen im Social Web keine Informationsgrundlage hätten, um schlechten Entwicklungen oder Imageschäden frühzeitig entgegenwirken zu können.
Für den Einstieg in das Social Media Marketing empfehlen sie, zunächst einen Social Media Monitoring (SMM)-Dienst wie z.B. SM2 von Alterian oder vergleichbare Lösungen einzusetzen: Im Gegensatz zu kostenlosen Tools wie Google-Alerts lieferten professionelle kommerzielle Monitoring-Services strukturierte und aufbereitete Informationen, wie sie für die Gestaltung effizienter online Marketing-, Performance Marketing-, Data Mining- und Social Media Marketing-Maßnahmen unerlässlich seien, so eine verbreitete Auffassung unter SMM-Praktikern.
Obwohl laut einer aktuellen Studie von Construktiv in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg bereits 60 % der 100 Top-Marken in Deutschland Aktivitäten im Social Web verfolgen, ist die Mehrheit der deutschen Unternehmen offensichtlich noch nicht im Social Web angekommen: Laut einer aktuellen Untersuchung des Greven"s Adressbuch-Verlags "nutzen nur rd. 13 % der 200 befragten Unternehmen Social Media Plattformen für ihre geschäftliche Entwicklung. Von den 87 % nichtnutzenden Unternehmen sind 31 % durchaus daran interessiert Social Media in Zukunft als Werbemedium einzusetzen - ganze 69 % der befragen Unternehmen lehnen den Einsatz von Social Media jedoch strikt ab." Als überwiegenden Grund für die Zurückhaltung der 200 befragten mittelständischen Unternehmen gegenüber den Social Media nennen die Autoren "Unkenntnis über die Mechanismen und konkreten Handlungsschritte für den Aufbau einer Social Media Strategie im Unternehmen." Auch werde dem Thema "für die bei den KMUs primär genannten Marketingziele Abverkaufsunterstützung, Kontaktanbahnung und Bekanntheit für die eigenen Dienstleistungen keine echte Relevanz eingeräumt."
Vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses von Verbraucher-Konversationen im Social Web auf die öffentliche und mediale Meinungsbildung über Unternehmen und Märkte, Marken und Produkte und somit auf die konkreten Kaufentscheidungen der globalen und lokalen Verbraucher warnen Experten davor, dass den Social Media-Abstinenzlern der Verlust des Kontakts zum Kunden drohe. In seinem lesenswerten Blog www.mincedmarketing.de zitiert Patrick Vater dazu Amir Kassaie, 2009 zum besten Kreativchef der Welt erklärte Werbe-Legende und geschäftsführender Gesellschafter der DDB Group Germany, mit der Einschätzung: "Die digitale Markenführung kann nur vom Mensch draußen auf der Straße gemacht werden. Der Konsument selbst ist das größte Tribunal überhaupt. Wer das nicht einsieht, ist verlogen, kapiert nicht, was in der Welt passiert oder hat den Schuss nicht gehört."




