Geschrieben von: Nowak-Trytko 19.04.2011
Internet World - Vom Trend zum Kampf im Alltag
Der Kongress der Internet World in der Ausgabe 2011 war nicht der Ort für die großen neuen digitalen Visionen. Das war nicht zu erwarten und so war auch das Programm nicht angelegt. 
Vielmehr ging es darum, den sich etablierenden Entwicklungen im konkreten Business-Kontext auf den Grund zu gehen. Wie gehen Unternehmen mit den Anforderungen von Electronic Commerce, Facebook und iPad und App-Hype konkret um.
Den Veranstaltern ist es gelungen, hierzu Referenten und Moderatoren aufzubieten, die nicht die großen Ausblicke wagten, sondern interessante Einblicke in den Unternehmensalltag boten.
Im Panel „Social Media Strategie im Unternehmen“ wurde der Versuch unternommen, das Thema grundsätzlich anzugehen. Unternehmensberater Andrew Thorndike gab den Zuhörern vor allem die Botschaft mit auf den Weg, sich vor dem Einstieg eine klares Strategie, das heißt ein konkretes Ziel zu überlegen. Konkreter wurde Ergin Iyilikci, Kommunikationschef bei Scout 24. Er unterstrich, wie wichtig es ist, seine Mitarbeiter im Umgang mit den Social Media Kanälen zu schulen und zu sensibilisieren – und auch klare Guidelines vorzugeben. Sein Vortrag war sehr anschaulich und mit konkreten Beispielen gewürzt.
Im Panal Conversion Optimierung mahnte der schwedische Chef von Klarna, dass in der alten Bezahlform Rechnung ein vernachlässigtes Potenzial für E-Commerce-Anbieter liege. Sein Credo: Entkopple Einkaufen und Bezahlen und du hast eine der größten Hemmschwellen beim Online-Shopping beseitigt. In Schweden geben die Zahlen seinen Ausführungen recht, ob es auf dem deutschen Markt auch funktioniert, muss sich erst noch zeigen.
In der Nachmittagssession zu Social Media konnten die Unternehmensvertreter von O2 und Asstel darstellen, welche Möglichkeiten im aktiven Social Media Monitoring liegen. Es zeigt sich: es bedarf einer Menge aktiver Arbeit und authentischer Kommunikation, um potenziellen PR-Gaus auf Augenhöhe zu begegnen.
Zentrale Erkenntnis aus dem Medien-Panel: Das iPad ist der große Hoffnungsträger der Verlage. Wie bei keinem anderen digitalen Kanal wird hier versucht, die alten Werte der analogen Printmarke hoch zu halten. Optik und auch Pricing lehnen sich noch stark an die Offline-Gegebenheiten an. So kostet der iPad-Spiegel nahezu dasselbe wie die Printausgabe. Verlage sind hier noch in der Experimentier- und Findungsphase: Viele Entscheidungen basieren auf dem Bauchgefühl.
Fazit: Die Internet World diente dem Erfahrungsaustausch und brachte vor allem die Erkenntnis, wie viel harter Arbeit es bedarf, digitale Potenziale auf einen businessorientierten Grund zu stellen.
Autor: Gregor Fuchs




