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05.05.2008
Neu in Tool-Übersicht: Piwik
Seit einigen Monaten gibt es eine - so die Entwickler - neue Alternative zum beliebten Google Analytics: Piwik. Piwik kommt aus der Werkstatt des französischen Entwicklers Matthieu Aubry, der schon mit phpMyVisits ein umfangreiches Tool zur Analyse des Online-Traffics entwickelt hat.
Piwik baut im Grunde auf phpMyVisits auf und stellt die Ergebnisse in flexiblerer und anschaulicherer Form dar. Die Ajax-Oberfläche und flash-animierte Grafiken bieten einen Zugang, der viel von Google Analytics gelernt hat und die Motivation der Anbieter zeigt: Mindestens so gut wie GA V2 aber frei für jeden und mit höherem Entwicklungspotential als das Tool des Suchmaschinen-Riesen.
Im Unterschied zu vielen, auch kostenlosen Lösungen wird Piwik nicht im ASP-Betrieb genutzt, sondern muss auf dem eigenen Webspace installiert werden. Voraussetzung ist die Möglichkeit zur Verarbeitung von php-Scripts und die Einrichtung einer mysql-Datenbank. Der Installationsvorgang selbst ist kinderleicht und in wenigen Minuten erledigbar. Zwar ist dies immer noch aufwendiger, als nur den Javascript-Code in die eigenen Seiten einzubauen, aber dafür bleiben die Daten eben auch im eigenen Bereich und müssen nicht auf fremden Servern gespeichert werden.
In der gegenwärtigen Version bietet die Standardvariante von Piwik allerdings noch keinen Anlass von einem eingeführten Tool zu wechseln. Es gibt die altbekannten Aufzählungen von Seitenabrufen, Referrern, Berechnungen zu Dauer/Besuch oder Absprungraten, Übersichten zu Betriebssystemen etc. Gegenwärtig würde ich im Zweifel immer noch eher zu Google Analytics raten, aber interessant sind vor allem zwei Aspekte:
Der Betrieb als Inhouse-System und die offene Architektur machen Piwik zu einer idealen Spielwiese für ambitionierte Administratoren, die genau wissen, welche Informationen sie brauchen und diese durch die Schnittstellen im Oberflächen-Rahmen und mit den vorhandenen Daten anschaulich darstellen können. Es sollte eigentlich nicht so schwierig sein, sich eine gute Oberfläche mit essentiellen KPIs wie AdViews/Visit, CPC, Leadraten oder Newsletter-Bestellungen zusaammenzubasteln. Ebenso lassen sich leicht einzelne Elemente und Analysen in externe Oberflächen integrieren (Widgets).
Und wenn man Glück hat, haben schon andere daran gedacht. Als OpenSource-Projekt könnte Piwik zu einem umfangreichen Baukasten für Web Analytics werden, der auch für professionelle Sites bis vielleicht 100.000 PI/Monat, also ohne performance-optimierte Datenbank, eine gute Ausgangsbasis bietet.
Plugins für Feedburner-Daten und zu OpenAds-Traffic einerseits und in Wordpress- und Drupal-Systeme bieten einen Anfang, vieles mehr könnte folgen. Alles hängt am weiteren Engagement der Entwickler und der Beteiligung der Community. Ein gutes OpenSource-Tool wäre eine tolle Sache - Viel Glück & Erfolg weiterhin.




