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Geschrieben von: Nowak-Trytko 07.06.2010
Agentur-Auswertung: Versicherer verschenken Potenzial im Web
Die Webauftritte der umsatzstärksten deutschen Versicherungsunternehmen haben zum Teil großen Nachholbedarf. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Seitwert GmbH, einer Tochter der Online-Agentur "Active Value" aus Düsseldorf, die Web 2.0-Seiten programmiert und auch selbst betreibt. Insgesamt 93 Versicherungsunternehmen wurden einem Check mit dem Analysetool Seitwert unterzogen. Der Indexwert berücksichtigt dabei die Aspekte Technik, Suchmaschinenrelevanz, Zugriffszahlen, Vernetzungsgrad und Referenzierung. Allerdings kann dieser Wert innerhalb von wenigen Tagen stark variieren, da er vor allem auf externe Quellen wie den Google Pagerank, Alexa oder die Backlink-Abfrage bei Yahoo fußt. Die Ergebnisse sind dennoch interessant, berücksichtigt man die tendenziell richtige Bewertung der Websites durch den so genannten "Seitwert". An der Spitze der umsatzstärksten Top Ten steht demnach die Debeka.
Mit dem Bewertungstool Seitwert können Webseitenbetreiber das Optimierungspotenzial ihrer Webauftritte identifizieren. Die aktuelle Analyse der deutschen Versicherer zeigt, dass Nachholbedarf in nahezu allen Bereichen besteht. Mit einem Höchstwert von 47,4 (von maximal 100) schneidet selbst der Ranglistenerste Debeka nach Bewertung der Seitwert GmbH nur durchschnittlich ab. Außer der Debeka konnten nur die R&V - Versicherungsgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken und die Signal Iduna einen Indexwert über 40 erzielen.
Programmierungsfehler und schlechte Suchmaschinensichtbarkeit beeinträchtigen den Ranking-Wert
Die wichtigste Grundlage der Webauftritte ist nach Angaben der Seitwert GmbH eine fehlerfreie Programmierung. Anhand der so genannten W3C-Konformität lassen sich Fehler nachweisen. Hier schneiden die Auftritte der Debeka, der VKB und der Allianz besonders gut ab, wobei der Auftritt der Debeka nach der W3C-Analyse komplett fehlerfrei ist. Was jedoch die Suchmaschinensichtbarkeit angeht, schneiden diese Seiten tendenziell schlecht ab. So erzielt die VKB einen Wert von 0,12, die Allianz einen Wert von 0,02. Zum Vergleich: Der von der R&V erreichte Spitzenwert in diesem Analysebereich liegt bei 11,2.
Große Unterschiede lassen sich auch hinsichtlich der Vernetzung der Webangebote feststellen. Ganz wesentlich für die Bewertung der Seite durch die Suchmaschinen ist die Anzahl der externen Links, die auf die Webauftritte führen. Hier kann die R&V die Konkurrenz deutlich distanzieren. Mit 98.152 so genannter Backlinks ist der Unterschied zu Zurich (8.818), Allianz Deutschland (7.050), VKB (6.561) oder zur Talanx AG (gerade einmal 512) enorm. Wie in vielen anderen Branchen auch, wird die Entscheidung der Versicherungskunden für einen bestimmten Anbieter im Internet vorbereitet.
Allerdings: Eine gute Verlinkung im Netz sagt noch nichts über die Qualität der Beiträge aus. Hierfür sollte man sich zur Analyse Tools bedienen, die weit über die Seitwert-Auswertung hinausgehen, zum Beispiel Radian6 oder ein vergleichbares Webanalyse-Tool für Social Media.
Ein ganz wichtiger Einflussfaktor ist die Empfehlung des Anbieters durch Freunde und Bekannte. Um diese Empfehlungen zu erleichtern, integrieren viele Webseitenbetreiber Buttons, Widgets und Links, die das Teilen (und Ditribuieren) von Informationen erleichtern sollen. Facebook, Twitter und Social Bookmarking Dienste haben dabei auch einen unmittelbaren Einfluss auf die Platzierung in der natürlichen Trefferliste der Suchmaschinen. Umso erstaunlicher ist es, dass die Webangebote etwa bei den Social Bookmarking Diensten Delicious und Mister Wong nahezu keine Rolle spielen. Einige Angebote wie die der Talanx AG, der VKB, der Allianz Deutschland oder der Generali Deutschland sind beiden oder zumindest einem der beiden Dienste gar völlig unbekannt.
Das Special-Ranking „Versicherungen“ ist unter seitwert.de zu finden.




